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Wenn’s dauerhaft dicht sein soll, lohnt es sich, abgestimmte Systemkomponenten zu verwenden. Besonders an Gewerkeübergängen ist auf eine gute Abstimmung und einen durchdachten Aufbau zu achten. Beim Fenstereinbau und dem winddichten und regensicheren Einbringen von Rollläden, Raffstoren und Fensterbänken sind gut ausgeführte Anschlüsse besonders wichtig.


Früher war es gut, heute muss es noch besser sein …

daher entwickelt GUTEX, der Markenhersteller für Holzfaser-Dämmsysteme, die Produktpalette stetig weiter. Hierzu gehört seit 2013 das System GUTEX Implio, welches die dauerhafte Dichtigkeit gerade im kritischen hinteren Fensterbank-Eckbereich löst.

Aufgaben des Holzbaubetriebs …

Die ausführende Zimmerei bzw. der Holzbaufachbetrieb fertigen die Wand- und Deckenelemente häufig in der trockenen Werkhalle vor. Üblicherweise wird das GUTEX Wärmedämmverbundsystem direkt auf der Holzkonstruktion befestigt. Nur in Ausnahmefällen, z.B. im Fertigbau, werden hier bereits die Fenster eingebaut. I.d.R. erfolgt der Fenstereinbau erst auf der Baustelle.
Sind die Fenster und manchmal schon die Rollläden oder Raffstore nach dem neuesten Montagestandard eingebaut, kann der Holzbaubetrieb GUTEX Implio einbringen. Vorzugsweise, um im abgestimmten System zu bleiben, kommen hier GUTEX Raffstorekästen zum Einsatz. Grundsätzlich lassen sich auch andere marktübliche Raffstore und Rollladensysteme mit GUTEX Implio kombinieren. Diese werden dann zusammen mit den anderen Systemkomponenten verarbeitet. Mit der vollständigen Abdichtung der Laibungsplatten und dem fachgerechten Einbau der Keilplatte ist die Hauptdichtebene erstellt. Sobald GUTEX Implio fertig ausgeführt ist, ist die Konstruktion schon vorübergehend regensicher.
Die äußere Dichtebene, Fensterbank mit Funktion einer Wetterschale, erfolgt vorzugsweise erst nach den Grund- und Feinputzarbeiten, welche zumeist von einem Maler- oder Stuckateurbetrieb ausgeführt werden. Der Fensterbankeinbau ist von diesen Arbeiten entkoppelt und kann je nach Arbeitsaufteilung vom Fensterbauer oder von der Zimmerei erfolgen. Einer Verunreinigung der optisch relevanten Fensterbank durch Putz- oder anderer Bauarbeiten wird so sicher vorgebeugt.

Auf was ist zu achten …

Im modernen Holzbau ist eine exakte Vorfertigung bereits Standard. Die in der Vorfertigung entstandenen Bauteile sind eben und die Fensteröffnungen winklig. Hier kommen die Vorteile des GUTEX Implio Fensteranschlusses besonders gut zur Geltung.
Sollte GUTEX Implio in der Sanierung oder im Mauerwerk eingesetzt werden, sind an dieser Stelle ggf. Vorarbeiten notwendig, um die Laibungs- und Keilplatten lot- und fluchtgerecht einbauen zu können.
Bei der Ausführung der Dichtebene ist, wie auf der Baustelle generell üblich, auf Sauberkeit zu achten. Lose Anhaftungen und Trennschichten sind vorab zu entfernen. Sollte z.B. beim Anschluss von elektrischen Rolläden oder Raffstoren eine Bohrung für die Verlegung der Elektrik notwendig sein, ist die Durchdringung nach der Montage entsprechend wieder abzudichten.

Der Einbau im Detail, dargestellt anhand von GUTEX Implio …

Der Holzbau steht. Der Fensterbauer hat seine Arbeit fachgerecht erledigt. Jetzt sollte umgehend mit GUTEX Implio die Dichtigkeit an diesem sensiblen Bauteil hergestellt werden.
Das System besteht aus 7 Hauptkomponenten: Laibungsplatten, Keilplatte, Fensteranschlussprofil, Dichtkleber, Fensterbankdichtband, Fensterbankdichtecke, Bordprofil oder Kunststoffwinkel und ggf. Rollladen- oder Raffstorekästen.

Vorkonfektionierung, was muss überlegt werden …

Gute Planung ist der halbe Einbau. Die Abmessungen müssen stimmen, Fensternische und Einbauplatten in den Maßen abgestimmt sein. Die Implio Laibungs- und Keilplatten sind in verschiedenen Dicken erhältlich. Sie werden entweder auf Übermaß bestellt und mit handelsüblichen Werkzeugen bauseits zugeschnitten, oder sie werden in Länge und Tiefe millimetergenau für jedes Fenster passend geliefert. Durch diese Vorkonfektionierung wird die Arbeitszeit erheblich reduziert. Auf Wunsch können die Laibungsplatten auch mit einer Gewerkelochprofilierung geordert werden.

Plattenmontage – exakte Vorfertigung und Planung spart Verarbeitungszeit …

Die Elemente werden der Reihe nach von oben nach unten eingebaut. Ist kein Raffstorekasten eingeplant, wird der Sturzbereich ebenso mit einer Laibungsplatte hergestellt. Zuerst werden die Fensteranschlussprofile mit integriertem Fugendichtband angebracht. Sie liegen auf dem Blendrahmen auf. Die zugeschnittenen Platten werden wellenförmig mit Dichtkleberraupen versehen, die Eckkante mit Anputzgewebe ebenfalls (auf mineralischen Untergründen andere Verklebung möglich). Die Laibungsplatte wird dann bis zum Anschlag in das Fenteranschlussprofil eingeschoben und dort verklebt. Nach Aushärten der Verklebung ist der Schenkel des Profils abzutrennen. Die vorbeschichtete Implio-Laibungsplatte kann nun direkt mit dem Oberputz verputzt werden. Das aufgequollene Fugendichtband sorgt für den geprüften dichten Anschluss bei gleichzeitig dauerhaft hoher Bewegungsaufnahme.
Die Fuge zwischen der Laibungsplatte und dem Fensterrahmenunterbau, das sogenannte Gewerkeloch, muss komplett mit Dichtkleber geschlossen werden. Hierzu wird vorab ein Dämmstoffklötzchen hinein geschoben, oder es werden direkt Laibungsplatten mit einer genauen Gewerkelochprofilierung bestellt.
Für den horizontalen unteren Anschluss wird die vorbeschichtete Keilplatte montiert. Diese hat ein Fensterbankgefälle und wird ebenfalls mit Dichtkleber auf der ebenen, winkligen Brüstungsfläche aufgesetzt. Die Keilplatte wird so bemessen, dass seitlich und hinten 3 mm breite Fugen ausgebildet werden, diese werden nach der Montage mit Dichtkleber gefüllt. Die Keilplatte wird horizontal ausgerichtet und mit mind. 5° Neigung nach vorne eingebaut. Sie wird oberseitig im Übergangsbereich zu Laibungen und Fensterrahmen mit GUTEX Fensterbankdichtband abgedichtet. Die GUTEX Implio Fensterbankdichtecke wird abschließend darüber geklebt. Sie muss im direkten Eckbereich voll anliegen und eine rechtwinklige Kontur bilden.
Die GUTEX Bordprofile oder alternativ Kunststoffwinkel werden im Übergang von der Keilplatte zur Laibungsplatte mit Dichtkleber befestigt. Zusätzlich ist die Fuge zwischen Bordprofil und Laibungsplatte sowie Keilplatte abzusiegeln. Auf dem Bordprofil kann ausschließlich die Fenorm Außenfensterbank Aluminium von Polythal verwendet werden. Auf dem Kunststoffprofil sind beliebige Fensterbänke mit einem einfachen seitlichen Endstück ohne Längenausgleich einbaubar.

Ausführungsalternative mit Rollläden und/oder Holz-Alu-Fenstern …

Bei Holz-Alu-Fenstern und anderen Fenstern mit Vorsatzschale sollte der Anschluss nicht an der Aluschale sondern am Holzrahmen erfolgen, um eine funktionstüchtige Bauteilabdichtung sicherzustellen. Ebenso verhält es sich, wenn bereits Rollladenschienen am Fenster vorhanden sind.* In diesen Fällen wird auf das Fensteranschlussprofil verzichtet. Die Einbaukante der Laibungsplatte wird werkseitig oder vor Ort mit GUTEX Streichdichtung an der hinteren Stirnseite vorbeschichtet. Zusätzlich erhält diese Kante ein Fugendichtband (siehe Abb. 4). Die Platte wird wie üblich mit Dichtkleber versehen und dann hinter die Alu-Schiene bzw. die Rollladenführungsschiene bis zum Fensterrahmen fest eingeschoben. Somit bleibt die Führungsschiene bzw. die Aluschale unabhängig vor der Dichtebene des Bauteils.
Im Vorhinein ist hierbei darauf zu achten, dass der Fensterrahmen entsprechend breiter ist, als die Aluschale bzw. Rollladenschiene. Zwischen Laibungsplatte und Schiene/Aluschale ist eine schmale Sichtfuge vorzusehen, an die der Oberputz heranreicht.
* Erläuterung: Eine Anbringung der Dichtebene auf der Rollladenschiene bzw. dem Alu-Profil ist aus mehrfacher Hinsicht nicht sinnvoll. Die Dichtigkeit müsste am unterem Ende der Rollladenschiene bzw. Aluschale über die spätere Fensterbank erfolgen, das Gewerkeloch und die Schiene müssen speziell abgedichtet werden. Dies würde zu einem nicht gerechtfertigten Mehraufwand führen und stellt keine sichere Lösung dar.

GUTEX Implio – die zweite Dichtebene

Die kaschierten Oberflächen von Laibungs- und Keilplatten bilden zusammen mit dem Abdichtsystem aus Dichtkleber und Fensterbankdichtband eine feuchteschützende Wanne aus. Dies funktioniert unabhängig von Fensterbank und Bordprofilen, welche quasi als hinterlüftete Ebene nur noch einen zusätzlichen Witterungs- und mechanischen Schutz darstellt.
Die zweite Dichtebene bei Fensteranschlüssen im Holzbau setzt sich mehr und mehr im Markt durch. Daher wird das System weiter ergänzt, z.B. um Systembau Rollläden, wobei der Rollladenkasten komplett aus Holzfaserdämmplatten gefertigt wird. Mit anwendungsgerechten, intensiven Schulungen und fachlicher Planungsunterstützung sowie ggf. flexibler Entwicklung von Sonderlösungen unterstützt GUTEX interessierte Verarbeiter und Fachleute.

GUTEX macht´s schlau – Anmeldung zum Schulungsprogramm auf www.gutex.de/seminare

GUTEX Holzfaserplattenwerk, H. Henselmann GmbH Co KG, Gutenburg 5, 79761 Waldshut-Tiengen, Fon: 07741/6099-0, Fax: 07741/6099-57, E-Mail: info@gutex.de, Internet: www.gutex.de

 

Bildbeschreibungen

Abb. 1: GUTEX Implio – das Fensteranschluss-System
(Bild: GUTEX)

Abb. 2: GUTEX Implio – das Fensteranschluss-System (Skizze mit Hauptkomponenten: GUTEX)

Abb. 3: GUTEX Implio, Vorkonfektionierung spart Verarbeitungszeit (Bild: GUTEX)

Abb. 4-6: GUTEX Implio – das Fensteranschluss-System, Verarbeitungsschritte, Ausführungsalternative mit Rollladenschienen (Bilder: GUTEX)

Abb. 7+8: GUTEX Implio – das Fensteranschluss-System, Verarbeitungsschritte, Ausführungsalternative mit Rollladenschienen (Bilder: GUTEX)